Woher das Wasser der Insel kommt
Der größte Teil des Trinkwassers auf Mallorca stammte schon immer aus unterirdischen Grundwasserleitern und wird aus kommunalen Brunnen gepumpt oder aus privaten zugekauft. In trockenen Jahren wurden diese Reserven stark beansprucht, und an manchen Stellen hat das übermäßige Pumpen das Wasser im Sommer salziger gemacht. Ende der 1990er-Jahre war die Versorgung so knapp, dass Trinkwasser per Tankschiff vom Festland gebracht wurde.
Seither hat die Balearenregierung Entsalzungsanlagen in Palma, Andratx und Alcúdia errichtet, verbunden durch eine Leitung quer über die Insel. Die regionale Wasserbehörde ABAQUA verkauft dieses Wasser an die Rathäuser, und wer es auch im Winter kauft, gibt den Grundwasserleitern Zeit, sich zu erholen. Nicht jede Gemeinde ist angeschlossen, und jedes Rathaus oder das von ihm beauftragte Unternehmen betreibt ein eigenes örtliches Netz.
Leitung, Brunnen, Zisternen und Tankwagen
Ein Haus im Ort oder in einer erschlossenen Siedlung hängt normalerweise am Leitungsnetz. Auf dem Land sind viele Häuser nicht angeschlossen, und ihr Wasser stammt aus einer oder mehreren dieser Quellen:
- Brunnen (Pou)
- Fördert Grundwasser vom Grundstück. Neue Brunnen und neue Nutzungen bis 7.000 Kubikmeter pro Jahr brauchen eine Genehmigung der Generaldirektion für Wasserressourcen der Balearenregierung, größere Mengen eine volle Konzession.
- Zisterne (Aljub)
- Ein Tank, oft unter dem Haus oder einer Terrasse, der Regenwasser von den Dächern sammelt. Viele alte Landhäuser haben eine Zisterne.
- Tankwagen
- Trinkwasser, das per Lastwagen gebracht und in die Zisterne gepumpt wird. In trockenen Sommern steigt die Nachfrage stark.
Brunnen sind keine Garantie. In Dürrejahren sinkt der Grundwasserspiegel, und ein Brunnen, der im Winter gut läuft, kann im August knapp werden. Selbst am Leitungsnetz kommt es zu Ausfällen: Im Februar 2026 waren Teile von Porto Cristo tagelang ohne Wasser, und der Versorger wies darauf hin, dass viele Häuser dort keinen eigenen Tank hatten.
Wie der Dürreplan funktioniert
Seit 2017 haben die Balearen einen besonderen Dürreplan, genehmigt durch Dekret 54/2017. Die Inseln sind in Bedarfseinheiten aufgeteilt, sieben davon auf Mallorca: Palma-Alcúdia, Tramuntana Nord, Tramuntana Sud, Artà, Manacor-Felanitx, Migjorn und Es Pla. Jeden Monat prüft die Regierung die Grundwasserstände und weist jeder Einheit einen Status zu: Normal, Vorwarnung, Alarm oder Notstand.
Je höher die Stufe, desto stärker die Maßnahmen: zunächst Aufklärungskampagnen und Einsparungen, dann Beschränkungen. In ihrem Bericht zum März 2026 lag der größte Teil von Mallorca in der Vorwarnung, Teile der Tramuntana waren normal, und die Einheit Es Pla in der Inselmitte stand mit dem Alarm am schlechtesten da.
Pools und Gärten
Was Sie mit Leitungswasser tun dürfen, wird örtlich per Bürgermeisterdekret festgelegt und unterscheidet sich von Ort zu Ort. Im Sommer 2025 verbot Sóller zum Beispiel erstmals seit rund 25 Jahren, mit Leitungswasser Pools zu füllen, Gärten zu bewässern und Autos zu waschen. Auch Esporles, Estellencs und Pollença verboten das Füllen von Pools und das Bewässern, und andere Orte beschränkten die Versorgung auf bestimmte Tage oder Stunden.
In der Praxis bedeutet das: Gilt ein Verbot, darf ein Pool nicht aus dem Hahn gefüllt oder nachgefüllt werden, und ein durstiger Rasen muss womöglich ohne Wasser auskommen. Wie ein Ort in den letzten Sommern verfahren ist, gibt einen brauchbaren Hinweis darauf, was Sie erwartet.
Was Sie vor dem Kauf fragen sollten
- Ist das Haus an das Leitungsnetz angeschlossen? Wenn nicht, woher kommt jeder Liter?
- Gibt es einen Brunnen, und ist er bei der Wasserbehörde genehmigt und eingetragen? Lassen Sie sich die Unterlagen zeigen.
- Wie groß ist die Zisterne, und wann wurde sie zuletzt gereinigt und geprüft?
- Ist der Brunnen oder die Zisterne schon einmal trockengefallen? Wie oft waren Tankwagen nötig?
- In welcher Bedarfseinheit des Dürreplans liegt das Haus, und hat das Rathaus den Wasserverbrauch in den letzten Sommern beschränkt?
- Wie wird der Pool gefüllt, und gibt es eine Abdeckung gegen Verdunstung?
Quellen
Die Fakten in diesem Beitrag wurden im Oktober 2026 anhand dieser Quellen geprüft.
- ultimahora.es/noticias/local/2023/08/16/1992493/palma-calvia-andratx-b Entsalzungsanlagen in Palma, Andratx und Alcúdia speisen die Inselleitung (Eje Transversal); ABAQUA verkauft Wasser an Rathäuser; die meisten Gemeinden stützen sich auf eigene oder private Brunnen; Käufe im Winter lassen Grundwasserleiter sich erholen; übermäßiges Pumpen machte Wasser salziger; Ende der 1990er-Jahre Wasser vom Festland
- caib.es/sites/aigua/ca/pla_especial_de_sequera Dürreplan (PESIB), genehmigt durch Dekret 54/2017 vom 15. Dezember 2017; monatliche Indikatoren; sieben Bedarfseinheiten auf Mallorca; Maßnahmen nach Schweregrad
- caib.es/webgoib/ca/-/les-reserves-h%C3%ADdriques-a-balears-es-situen-a Monatlicher Wasserreservenbericht des Govern mit den Bedarfseinheiten (Es Pla, Manacor-Felanitx, Migjorn, Palma-Alcúdia, Tramuntana Sud und andere) und ihren Stufen (Vorwarnung, Alarm)
- en.arabalears.cat/society/the-balearic-islands-water-reserves-drop-to- Bericht vom 11. April 2026 zu den Reserven im März 2026: Formentera, Ibiza und Teile der Tramuntana normal, der größte Teil des Gebiets in der Vorwarnung, Es Pla im Alarm
- caib.es/seucaib/es/tramites/tramite/4984520 Genehmigung der Dirección General de Recursos Hídricos für Bohrungen und Grundwassernutzung bis 7.000 m³ pro Jahr; darüber Konzession nötig
- caib.es/sites/ibfonseu/es/n/httpswwwcaibespidip2frontficha_convocatori Manche Gebiete sind nicht an das regionale Hauptnetz angeschlossen und bei Dürre auf Tankwagen angewiesen
- mallorcadiario.com/este-verano-hemos-hecho-el-agosto Tankwagenbetreiber, die Trinkwasser an Privathaushalte liefern, verzeichneten während der Dürre sehr hohe Nachfrage
- majorcadailybulletin.com/news/local/2025/09/06/136235/which-are-the-ma Beschränkungen im Sommer 2025 per Dekret der Rathäuser: Sóller (erstmals seit 25 Jahren: Pools, Gärten, Fahrzeuge), Esporles, Pollença und Estellencs (Füllen von Pools und Bewässerung), Algaida (Versorgung nach Tagen und Zeiten); Deià kappte die Versorgung einiger verstreut liegender Häuser
- ultimahora.es/noticias/part-forana/2026/02/20/2574437/tres-dias-agua-p Wasserausfälle in Porto Cristo im Februar 2026; der Versorger erklärte, viele Häuser hätten weder Tank noch Zisterne
- majorcadailybulletin.com/news/local/2026/08/26/145277/mallorca-water-c Nachtrag: August 2026, Bedarfseinheit Manacor-Felanitx von Vorwarnung zu Alarm; Manacor beschränkte Bewässerung städtischer Rasenflächen mit Trinkwasser, reduzierte Straßenreinigung mit Wasser auf ein Minimum, riet zum Abdecken von Pools
- en.arabalears.cat/society/the-water-reserves-of-the-balearic-islands-f Nachtrag: Bericht zum Juli 2026 (15. August 2026): Es Pla, Manacor-Felanitx und Migjorn im Alarm
- en.arabalears.cat/society/the-balearics-are-drying-up-water-reserves-f Nachtrag: Bericht zum August 2026, wie von Ara veröffentlicht: Artà, Es Pla, Manacor-Felanitx und Migjorn im Alarm (die Index-Seite des Govern datiert den Wechsel von Artà in den Alarm auf die Analyse zum September); Palma-Alcúdia und beide Tramuntana-Einheiten in der Vorwarnung
- caib.es/sites/aigua/ca/index_de_sequera Dürreindex-Seite des Govern: monatlicher Index nach Bedarfseinheit; Analyse zum September 2026: Artà wechselt in den Alarm, zusätzlich zu Es Pla, Manacor-Felanitx und Migjorn (gelesen am 30. Oktober 2026)
